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Samstag, 20. Juli 2024
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SV-Darmstadt 98: Bundesliga-Lehrgeld

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Das erste Heimspiel in der Fußball-Bundesliga. Große Vorfreude, ausverkauftes Haus. Und dann mit der ersten gefährlichen Offensivaktion des Gegners in Rückstand. Insgesamt drei Gegentore bis zur Pause, in der zweiten Hälfte folgte ein weiteres. Keine Punkte für die Lilien gegen abgezockte Gäste. So der verkürzt dargestellte Spielverlauf an jenem 18. August 2019. “Ich kann mich noch sehr gut an unser erstes Heimspiel gegen Leipzig erinnern”, sagte Urs Fischer auf der Pressekonferenz in den Katakomben des Merck-Stadions. Vor vier Jahren in der Saison 2019/20 war es, als der 1. FC Union Berlin als Aufsteiger am ersten Spieltag sein erstes Bundesliga-Heimspiel bestritt. Lehrgeld. Genau das zahlten die Köpenicker beim 0:4-Heimauftakt gegen die Sachsen. Für die Lilien gilt es nun, ebenfalls mehr Kaltschnäuzigkeit zu entwickeln und insbesondere bei Standards konsequenter zu agieren, um sich nicht um die Früchte der Arbeit zu bringen.

Lehrgeld. Das zahlten auch die Lilien bei ihrem ersten Heimspiel in der Fußball-Bundesliga. Drei Gegentore bis zur Pause, in der zweiten Halbzeit folgte ein weiteres. Keine Punkte gegen abgezockte Gäste. Mit 1:4 hat der SV Darmstadt 98 am Samstagnachmittag (26.8.) gegen Union Berlin verloren – gegen eben jene Mannschaft aus der Hauptstadt, die sich in der vergangenen Saison für die UEFA Champions League qualifizierte und im Jahr 2023 bis dato eindrucksvolle 41 Bundesliga-Punkte holte. Nur Borussia Dortmund (50) sammelte mehr. “Wir haben heute ein wenig Lehrgeld gezahlt”, resümierte daher Fabian Holland nach den 90 Minuten im Merck-Stadion am Böllenfalltor: “Offensiv wie defensiv war Union in den entscheidenden Situationen in den Strafräumen eine Klasse besser.”

 

Abgezocktheit und brutale Effektivität

Denn die Südhessen legten an sich einen ordentlichen Auftritt hin. Der SV 98 hatte vor heimischer Kulisse einen Ballbesitzanteil von 74 Prozent, eine ansprechende Passquote von 86 Prozent und 21:13 Torschüsse. “Die Killer des Spiels waren aber heute die Standards, bei denen wir uns sehr schwach gezeigt haben”, monierte Torsten Lieberknecht. Gleich drei Gegentore kassierten die Lilien gegen die seit Minute 21 in Unterzahl agierenden Gäste nach Standardsituationen. Auch Marcel Schuhen ärgerte dies: “Union ist eine clevere Mannschaft, die in der Champions League vertreten ist. Wenn sie uns heute auseinandergespielt hätten, hätte wahrscheinlich niemand etwas gesagt. Aber drei Gegentreffer nach Standards, das darf nicht passieren.” Die Köpenicker also, sie überzeugten in ihrer nun schon fünften Bundesliga-Saison in Folge durch brutale Effektivität.

“Was ich gesehen habe, war eine Mannschaft, die drangeblieben ist und gute Chancen hatte. Das sind kleine, positive Schritte.”

 
Torsten Lieberknecht, Cheftrainer des SV 98
 

“Diese Spielerfahrung müssen wir noch lernen”, erklärte Lieberknecht. Während die Darmstädter Akteure zusammengerechnet auf gerade einmal 173 Erstliga-Einsätze kommen, zählt der Union-Kader insgesamt 2.145 Bundesliga-Spiele. Und doch waren die Lilien gegen die Hauptstädter alles andere als chancenlos. Nach einem wunderbaren Spielzug über Clemens Riedel und Luca Pfeiffer war es Marvin Mehlem, der den zwischenzeitlichen Ausgleich sowie das erste Bundesliga-Tor des SV Darmstadt 98 in dieser Spielzeit erzielte. Ein Zeichen, dass auch in dieser Liga etwas geht. “Wir hatten heute auch wirklich gute Phasen”, betonte Schuhen. Lieberknecht bestätigte: “Was ich gesehen habe, war eine Mannschaft, die drangeblieben ist und selbst nach dem 1:3 und 1:4 noch gute Chancen hatte.” Doch mal stand der Innenpfosten im Weg, mal der gut aufgelegte Gästekeeper Frederik Rönnow und mal fehlte die nötige Präzision sowie das Glück im Abschluss. Dennoch. “Das sind kleine, positive Schritte”, so der Cheftrainer des SV 98 weiter. Positive Dinge, die die Darmstädter auch aus dieser 1:4-Niederlage gegen Union Berlin mitnehmen können. Diesen Weg der Lerneffekte gilt es weiterzugehen, sich über die Bundesliga-Spiele zügig auch Bundesliga-Erfahrung anzueignen. Um dann ebenfalls wie die Unioner zuzuschlagen, wenn sich die Chance bietet, und die Punkte mit Cleverness auf die eigene Habenseite zu ziehen.

 

Nächste Herausforderund: Leverkusen

Schritt für Schritt. Woche für Woche. Jeden Abschluss, jedes Tor und letztlich jeden Punkt müssen sich die Lilien in dieser 1. Liga hart erarbeiten. Schuhen: “Wir werden jetzt analysieren, was wir besser machen müssen. Gerade die Standards werden wir klar ansprechen. Und dann haben wir auch schon die nächste Herausforderung vor der Brust.” Die heißt am Samstag (2.9./15.30 Uhr) Bayer 04 Leverkusen: Teilnehmer an der Europa League, dort in der vergangenen Saison erst im Halbfinale gescheitert und in der Bundesliga aktuell mit zwei Siegen aus zwei Spielen gegen Leipzig und Mönchengladbach makellos gestartet. Es warten gleich zu Beginn die erwartet herausfordernden Gegner in der erwartet herausfordernden Saison. 

Dranbleiben, hartnäckig sein. Das gilt derweil für die Lilien. “Wir müssen bei uns bleiben und der Mannschaft weiterhin den Rücken stärken”, betonte Lieberknecht. Denn auch wenn es – und so ehrlich muss ein jeder Darmstädter sein – vermutlich in dieser Saison noch das ein oder andere Mal vorkommen wird: In der BayArena wollen die Lilien nicht direkt das nächste Bundesliga-Lehrgeld zahlen.

Text: SV Darmstadt 98

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