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Dienstag, 23. Juli 2024
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Für jede Frau, die Gewalt erfahren hat, wird ein Licht entzündet

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Für jede Frau, die im vergangenen Jahr im Main-Kinzig-Kreis Opfer von Gewalt geworden ist, wird anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen ein Licht entzündet. Wie in den Vorjahren findet neben dieser Lichteraktion vor dem Kino „Pali“ in Gelnhausen auch wieder eine Kinovorführung statt, Termin ist am Freitag, 24. November. „Gewalt gegen Frauen und Mädchen gehört in unserer Gesellschaft leider zum Tagesgeschäft. Dazu gehört physische Gewalt ebenso wie psychische Gewalt. All das findet noch viel zu häufig direkt vor unseren Augen statt, ohne dass wir es bemerken. Darauf soll dieser Aktionstag aufmerksam machen und die Betroffenen auf die zahlreichen Hilfsangebote hinweisen“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler.

Die Zahlen sind nach wie vor alarmierend: In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt, jede vierte Frau erfährt Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Der Weg raus aus der Spirale der Gewalt ist für die meisten Frauen lang und beschwerlich. „Aber es gibt Hilfe, die allen, die von Gewalt betroffen sind, offen steht“, betont Susanne Simmler.

Der Aktionstag wurde vom Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Gelnhausen, den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Kreises und der Stadt sowie von den Vereinen Frauen helfen Frauen in Wächtersbach und Hanau, die Träger der beiden Frauenhäuser sind, vorbereitet. Am Vormittag findet eine nichtöffentliche Filmvorführung für Schulklassen im Pali-Kino statt. Kinobetreiber Stephan Schneevogl unterstützt die Aktion seit vielen Jahren und stellt dafür sein Kino unentgeltlich zur Verfügung. Als weithin sichtbares Zeichen für die Botschaft des Aktionstages wird am Kino wieder eine große Fahne zum Thema „Frei leben – ohne Gewalt“ gehisst – auch am Main-Kinzig-Forum wird eine Fahne wehen. 

Um 17 Uhr geht es mit einer Lichteraktion vor dem Pali-Kino weiter. Für jede Frau, die im vergangenen Jahr Opfer von Gewalt wurde, wird ein Licht entzündet. Für Frauen, die dabei ihr Leben verloren haben, soll ein rotes Licht brennen. Um 17.30 Uhr beginnt eine kostenlose Filmvorführung, zu der alle Interessierten ins Kino eingeladen sind. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Gezeigt wird der Film „Zeit der Schmetterlinge“ – nach einem Buch von Julia Álvarez. Erzählt wird die Geschichte um den politischen Widerstand in der Dominikanischen Republik. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen geht auf den Fall Mirabal zurück. Die Schwestern Mirabal, Mitglieder der Movimiento Revolucionario 14 de Junio, wurden 1960 nach mehreren vorangegangenen Verhaftungen in der Dominikanischen Republik von Militärangehörigen des Diktators Rafael Trujillo verschleppt und dann ermordet. Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen wie zum Beispiel Terre des Femmes jedes Jahr rund um den 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert wird. Sie haben die allgemeine Stärkung von Frauenrechten zum Ziel. Dabei sollen vor allem Themen wie Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, geschlechtsselektive Abtreibung, weibliche Armut und Femizid zur Sprache kommen.

 

Folgende Anlaufstellen stehen Betroffenen zur Verfügung:

Verein Frauen helfen Frauen e.V., Frauenhaus Wächtersbach, frauenhaus-waechtersbach@gmx.de, Telefon (06053) 4987.

Fachberatungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt frauenberatungsstelle-waechtersbach@gmx.de, Telefon (06053) 708757.

Frauen helfen Frauen Hanau e.V., Frauenhaus Hanau, mail@frauenhaus-hanau.de, Telefon (06181) 125 75.

Fachberatungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt, hilfe@frauenberatung-hanau.de, Telefon (06181) 1 89 76 64.

Zudem gibt es das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116 016, es ist rund um die Uhr erreichbar und bietet Beratungen in vielen verschiedenen Sprachen. Mehr dazu auf www.hilfetelefon.de.

Text: Main-Kinzig-Kreis

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Alexander Keutz

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